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Donnerstag, 09. Februar 2012, 09:49h<br />Roland Reuss, Professor für neuere deutsche Literaturwissenschaft Donnerstag, 09. Februar 2012, 09:49h
Roland Reuss, Professor für neuere deutsche Literaturwissenschaft

Eine gepflegte Typografie ist kein Luxus, sondern Voraussetzung und Bedingung für einen angemessenen Umgang mit Texten. Wo sie wegfällt, leidet mit erschwerter Lesbarkeit auch das Textverständnis.

1926 schrieb Paul Valery unter dem Titel «Die beidenTugenden eines Buches» («Les deux vertus d'un livre») eine Einleitung zu einem Katalog kostbarer alter und neuer Bücher. In diesem Text, der in seiner analytischen Schärfe und Sachkunde nichts an Aktualität verloren hat, formuliert Valéry die doppelte Einsicht, dass das Buch einerseits eine «vollkommene Lesemaschine ist, deren Bedingungen sich mit ziemlicher Genauigkeit nach den Gesetzen und Methoden der physiologischen Optik bestimmen lassen»; andererseits «und gleichzeitig ist es aber auch ein Kunstgegenstand, ein Ding, aber eines mit eigener Persönlichkeit, das den Stempel eines besonderen Geistes trägt und das hohe Bemühen um eine ausgewogene und bewusste Ordnung verrät».
 
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by moxi